ES SCHLÄFT EIN LIED

Üblicherweise werden Lieder gesungen. Joseph von Eichendorff erzählt im Gedicht Wünschelrute jedoch von einem schlafenden 'Lied', einem inneren Gesang. Mehr dazu später

Ich komme von einem Ort zurück, an dem sehr viel gesungen wird - und obwohl ich nun wieder zu Hause bin, höre ich die Lieder immer noch in mir, singe sie.

Wenn uns Ereignisse berühren, in Schwingung bringen, wirken sie nach. Egal welcher Natur sie sind. Dissonanzen werden ebenso Teil dieses Klanges.

Wie gehen wir damit um?

Welches Lied hören, singen, berührt Sie gerade?

 

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KONSERVIEREN

In den späten Sommermonaten lässt sich jede Menge Obst und Gemüse verarbeiten - durch das Konservieren verlängern wir die Lebensdauer kostbarer Lebensmittel. In den folgenden Herbst- und Wintertagen können wir immer noch sonnengereifte Früchte genießen. Ich höre innerlich die Worte Rainer Maria Rilkes: 'Herr, es ist Zeit. Der Sommer war groß ...'

Was jedoch zu lange konserviert wird, gerät in Gefahr den Geschmack zu verlieren oder - denken wir an Früchte geistiger Natur - ins Konservative abzugleiten.

Woran finden Sie Geschmack?

 

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ENDLICH

'Mein ganzes Leben musste ich gehorchen, jetzt sage ich, wo' s langgeht!' oder 'Immer musste ich tun, was andere von mir wollten, jetzt tu ich nur noch, was ich will' oder 'Nie hatte ich Gelegenheit, meine Träume zu leben, jetzt bin ich zu müde'.

So oder so ähnlich erzählen Menschen, vielleicht kennen Sie selbst diese Stimmungen oder solche Aussagen werden an Sie herangetragen.

Liegt der Weg im Pendeln von einem Extrem zum anderen - im Sinn von: Was ich nie hatte, nehme ich mir jetzt in rauen Mengen? Gibt es dazu eine Alternative?

Wie oder was antworten Sie in solchen Gesprächen?

 

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STATEMENT

Sie brannte - und mit ihr so beeindruckende Architektur, stiller Raum, Spuren der Ehrfurcht vor Göttlichem, ein wahres Zeichen gewachsener Geschichte. Allein die Rosette war mir vor vielen Jahren Anlass zu jugendlicher Andacht.

'Brand aus' konnte noch nicht gegeben werden, als finanzkräftige Unternehmen hunderte Millionen für den Wiederaufbau der Notre-Dame zusagten. Gott sei Dank!? Eine beträchtliche Summe wird aufzubringen sein, um dem Bau gerecht zu werden, zu retten, was möglich und ergänzend zu entwerfen was notwendig ist.

Ein beeindruckendes Statement lässt sich mit solchen Beträgen setzen.

Beeindruckend oder beschämend?

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VERGRIFFEN

Unlängst erlebte ich ein Klavier-Konzert.

Vier Hände waren am Werk. In zarter Behutsamkeit und kraftvollem Ausdruck bewegten sich die beiden Musiker wie auch die Werke.

Nicht immer waren die Hände den jeweiligen Pianisten zuzuordnen, so schnell wechselten sie die Position, oft wirkten die beiden eins. In jedem Fall eins mit der Musik.

Ein vielfältiger Genuss für mich.

Und dann geschah Unerwartetes ...

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WACHSAM

Wenn die Sonne an Intensität zunimmt, treten Kerzen wieder in den Hintergrund. Deshalb beeile ich mich, von meiner Erfahrung zu erzählen:

In der kalten Jahreszeit gönnte ich mir nach langer Zeit das Vergnügen, Kerzen zu gießen. Ich ließ Wachsreste schmelzen, stellte Gläser bereit, platzierte den Docht.

Wochen später erlebte ich Bemerkenswertes beim Anzünden.

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... UND HÄTTE DIE LIEBE NICHT

Sie haben recht, wenn Sie sich fragen, ob Sie diesen Halbsatz schon einmal bei einer Hochzeit gehört haben (er ist dem biblischen Korinther-brief entnommen). Auf vielfältige Weise fragt sich der Autor, wie wir leben, mit und ohne Liebe.

Wie klingt unsere Stimme, mit welchem Blick schauen wir auf die Welt, welchen Maßstab legen wir unter unser Handeln?

Wann hat Sie zuletzt ein Augen-Blick voll Liebe berührt?

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WAS HÄLT?

Der Ruf nach einer starken Hand wiederholt sich - vor allem in jenen Zeiten, in denen wir Halt und Sicherheit brauchen. Wenn wir auf dem Glatteis, an der Gehsteigkante, am Grat das Gleich-gewicht verlieren, sind wir dankbar, wenn uns jemand unter die Arme greift und uns stützt.

Vollkommen legitim.

Sie kennen wohl selbst Situationen, in denen Sie eine starke Hand der anderen Art gesucht und hoffentlich auch gefunden haben. Woran liegt diese Stärke?

Erkennen wir sie in erbarmungslosem Durch-greifen und Sanktionieren? Drückt ein tragfähiges Fundament jene Kraft aus, die uns ermutigend auf unsere eigenen Beine stellt und verantwortet vorankommen lässt?

Was hält Sie, bis die inneren Segel wieder gehisst sind?

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HAUTNAH

Das nahende Weihnachtsfest bringt es mit sich, dass allerorts mit den schönsten, süßesten, auf jeden Fall 'superlativen' Geschenken und dem damit verbundenen Glück vor unserer Nase herumgeworben wird. Sie kennen das.

Als ich unlängst vor einer Auslage für Unterwäsche stehen blieb, hielt ich auch innerlich inne: Ich fragte mich, ob es einen Unterschied macht, wie wir uns kleiden, was wir tragen - dicken Pelz, selbstgestrickten Pullover, geschenkte Wäsche, Schutzkleidung ...

Was meinen Sie?

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