Ich war mir so sicher, dass ich es gesehen habe! Vor vielen Jahren auf der Rückbank des Autos meines Onkels sitzend, fuhren wir am Heiligen Abend das Christkind suchen. Weshalb fragte ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht. Wenn wir es suchen, muss es existieren. So kindlich einfach und abenteuerlich!
Immer diese Geheimnistuerei um das Christkind. Warum eigentlich?
Sind Sie ihm schon einmal begegnet?
Manchmal sieht der Nikolaus bereits wie ein Weihnachtsmann aus, dann gleicht der Weihnachtsmann jenem bärtigen, rotgewandeten Mann, der braune Getränke mit einem Truck liefert. Doch um das Christkind wird es bildlos still. Es lässt sich keine Werbung damit machen. Es sei denn, man hält ein blondgelocktes weibliches Wesen dafür ...
Die Existenz des Christkindes geht ja auf das Christuskind zurück. Jenes Kind, das voll Gottvertrauen zu einem Menschen heranwuchs, der sein Gegenüber immer an Wesentliches erinnerte; danach fragte ‚Was willst du?‘; der zu Liebe und Klarheit aufrief, ... und in all seinem Wirken, so wird es erzählt, nie die Bindung an seine innere Herkunft verlor.
Diese Realität lässt sich schwer darstellen, in Form bringen - jedoch fühlen.
Wenn wir unserem Gegenüber wirklich zuhören ...
Wenn wir über den Konflikt hindurchsehen und fragen, worum es eigentlich geht ...
Wenn wir einander in den Arm nehmen und unsere Herzen sprechen lassen ...
Wenn wir darauf vertrauen, dass es gut wird, wie es auch kommt ...
Wenn wir uns schützend vor Schwächere stellen ...
Wenn wir gemeinsam den Schmerz aushalten, ohne stark sein zu müssen ...
Dafür gibt es kein Logo, keine Marke.
Wenn wir uns immer wieder dazu aufmachen, wird diese Realität zwar auch nicht sichtbar, aber fühlbar.
Wir sind dann ganz wesentlich
CHRISTKINDER
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